Siegelringe und Wappenringe

Siegelringe und Wappenringe stossen wieder vermehrt auf Interesse. Deshalb beantworten wir in diesem Einblick die wichtigsten Fragen dazu.

Kennen Sie Ihr Familienwappen? Es ist ziemlich sicher, dass auch Ihre Familie eines hat, denn seit dem Mittelalter führen fast alle Familien europäischer Herkunft ihr eigenes Wappen.

 

Die Wappen dienten als Unterscheidungsmerkmal. Sie waren hierfür besser geeignet als der Name, weil das Familienwappen rechtmässig verliehen und einzigartig war. Die Familiennamen veränderten sich im Laufe der Zeit, während die Wappen von Generation zu Generation weitervererbt wurden und ihre Symbolik (Heraldik genannt) bestehen blieb.

 

Adlige und wohlhabende Familien liessen im Mittelalter ihre Wappen in Ringe gravieren und siegelten damit Dokumente. Damit garantierten sie, dass das Schriftstück von ihrer Familie ausgestellt wurde und rechtmässig ist. Diese Siegelringe waren kostbar und dadurch wichtige Status- und Machtsymbole. Erst später war es üblich, dass auch bürgerliche Familien ihr Wappen zum Siegeln von Schriftstücken verwenden.

 

Wie die Familienwappen, so wurden auch die Siegelringe von einer Generation zur Nächsten weitervererbt. So symbolisierte der Siegelring bald die Verbundenheit mit der Herkunft und der eigenen Ahnenfamilie. Bis heute sind viele dieser Siegelringe in Vergessenheit geraten, gingen im Laufe der Jahre kaputt oder verloren. Das ist wohl der Grund, weshalb sich immer wieder Menschen bei uns erkundigen, ob man einen Siegelring wiederherstellen kann. Ja, das können wir. Bevor wir aber einen neuen Siegelring oder Wappenring anfertigen, gilt es einige Fragen zu klären.

 

Siegelring oder Wappenring? Was sind die Unterschiede?

Der Siegelring wurde ursprünglich zum Siegeln von Dokumenten verwendet. Flüssiges Wachs wurde auf die zu versiegelnde Stelle getropft und der Siegelring ins Wachs gedrückt. Anschliessend hob sich das Familienwappen vom Wachs ab. Damit dies möglich war, wurden Siegelringe negativ angefertigt. Das heisst, die Symbole des Wappens sind spiegelverkehrt und sehr tief eingraviert.

Bei einem Wappenring wird das Familienwappen positiv dargestellt. Das heisst, das Wappen auf dem Ring sieht genauso aus, wie auf dem Wappenschild. Der Wappenring ist nicht zum Siegeln geeignet. Er ist ein Schmuckstück.

 

Anfertigung eines Siegelrings oder Wappenrings

Wir fertigen Siegelringe und Wappenringe in Handarbeit an. Dafür eignen sich insbesondere die Gold-Metalle. Es ist aber auch möglich, einen Siegelring in Silber oder in einem Platinmetall anzufertigen. Siegelringe und Wappenringe sind in der Regel massiv, damit das Familienwappen richtig zum Ausdruck kommt. Aber keine Sorge, mit der richtigen Ringform kommen Siegel- oder Wappenringe auch an feingliedrigen Händen schön zum Ausdruck. Am besten kommen Sie mit einem Bild Ihres Familienwappens vorbei und besprechen Ihre Vorstellungen mit uns. So haben Sie auch gleich die Möglichkeit, die verschiedenen Metalle zu vergleichen und unterschiedliche Ringmodelle anzuprobieren.

Wissen Sie nicht genau, wie Ihr Familienwappen aussieht? Falls Ihre Familie aus dem Kanton Bern oder Luzern stammt, können Sie ihr Familienwappen kostenlos auf der Website der jeweiligen Staatsarchive abrufen:

Staatsarchiv Kanton Bern

Staatsarchiv Kanton Luzern 

Familienwappen anderer Kantone, sind auf der privaten Website Der schweizerische genealogisch-heraldische Webkatalog zu finden (ohneGarantie auf Vollständigkeit).

Sollten Sie Ihr Familienwappen nirgends finden, können Sie in der Gemeinde ihres Heimatorts nachfragen oder einen Heraldiker / Familienforscher mit den Nachforschungen beauftragen.

 

Kleine Geschichte der Heraldik (Entstehung der Wappenkunde)

Die Heraldik geht auf das Mittelalter zurück. Bei Feldzügen und bei den Kreuzzügen war es nötig, die Krieger ihren jeweiligen Adelshäusern oder Fürstenhäusern zuordnen zu können.  Deshalb trugen die Kämpfer die Farben und Symbole ihres Hauses auf ihren Schilden. Genauso war es auch bei Ritterturnieren: Unter ihren Rüstungen konnte man die Ritter kaum erkennen. Deshalb trugen sie ihr eigenes Wappen oder das ihres Lehnsherrn auf dem Schild. Daraus entwickelte sich die Wappenkunde, auch Heraldik genannt.

 

Mit dem Aufkommen von Armbrust, Langbogen und Feuerwaffen verschwand das Rittertum. Die Wappen hatten aber inzwischen eine hoheitliche Bedeutung erlangt und das Wappenwesen wurde unter anderem für militärische und juristische Zwecke genutzt. Dokumente wurden versiegelt und mit Wappen gekennzeichnet. So konnten auch die Ritter, die meist Analphabeten waren, die Dokumente zuordnen.

 

Ein Wappen ist meistens nach folgendem Schema aufgebaut: Der Helm im Zentrum, über ihm eine sogenannte Helmzier. Unter dem Helm ist das Schild angebracht und rund herum ein  Wappenmantel oder Schildhalter. Das Familienwappen wird in den Schild graviert. Meistens werden in den Familienwappen Figuren und Tiere dargestellt die die Eigenschaft der Wappenbenutzer symbolisieren.

STANDORT

Das Länggassquartier umgibt ein besonderes Flair, so auch die Geschäfte, die dort ansässig sind. Von Anfang an wollten wir als erster Goldschmied ein Atelier in der Nachbarschaft von anderen unikaten Unternehmen, wie Tingel Kringel, Sattler, Gelateria die Berna und Co., eröffnen. Mit dem Standort an der Länggassstrasse 28 ging unser Traum in Erfüllung.

 

Anfahrt mit dem ÖV: Bus Nr. 12 ab Bahnhof Bern in Richtung Länggasse bis Haltestelle Mittelstrasse.

Öffentliche Parkplätze: Wenige Meter neben unserem Goldschmiedeatelier an der Länggassstrasse und Mittelstrasse.